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Die „Winterreise“ von Franz Schubert

Liebe Konzertgäste,
es gibt für beide Konzerte am Sonntag noch reichlich Karten, vor allem für 17 Uhr. Es würde uns helfen, wenn Sie noch den Vorverkauf unter karten@bergkirchen.net bis Samstagabend nutzen. Aber auch spontan werden Sie noch Karten an der Tageskasse (vor allem um 16.30 Uhr) bekommen. Die Karten bekommen und bezahlen Sie im Gemeindehaus und die Impfausweise (bitte nicht vergessen!) werden am Eingang der Kirche geprüft. Eine weitere Hilfe ist es, wenn Sie den Betrag passend mitbringen und die Aufteilung innerhalb Ihrer Bestellung selber vornehmen. Offiziell gelten in NRW die 2G-Regeln und die Maskenpflicht.
 
Am Sonntag, 23. Januar, wird um 15 Uhr (Teil 1, Lieder 1-12) und um 17 Uhr (Teil 2, Lieder 13-24) die „Winterreise“ von Franz Schubert in der Kirche zu Bergkirchen aufgeführt. Zu Gast sind der Professor und Prorektor der Hochschule für Kirchenmusik Halle Christopher Jung (Bariton) und der Professor der Hochschule für Musik Detmold Piotr Oczkowski (Klavier). Fotorechte: Jelinski

Die Winterreise ist einer der bekanntesten Liederzyklen der Romantik und wurde von nahezu allen bedeutenden Liedsängern interpretiert. Ergänzt wird das Programm durch Klavierwerke von Frédéric Chopin. Beschwingt geht es in das neue Jahr mit den Polonaisen c-Moll Op. 40/2 und As-Dur op. 53 im ersten Konzert und den Polonaisen fis-Moll op. 44 und As-Dur op. 61 „Polonaise-fantaisie“ im zweiten Konzert.

Die Besucherzahlen sind eingeschränkt und es gibt zwei verschiedene Konzerte um 15 Uhr und um 17 Uhr, so dass sich auch der Besuch beider Konzerte lohnt. Es wird eine medizinische Mund-Nasen-Bedeckung benötigt und ein Nachweis der 2G (Geimpft - Genesen). Eintrittskarten für 10,-/15,-/20,- € kann man unter karten@bergkirchen.net bestellen oder an der Tageskasse eine halbe Stunde vor den Konzerten kaufen. Alle aktuellen coronabedingten Änderungen bekommt man hier.

Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh’ ich wieder aus“ – mit diesen Versen beginnt die „Winterreise“, mit dem Schubert eine Darstellung des existentiellen Schmerzes des Menschen gelang. Im Verlauf des Zyklus wird der Hörer immer mehr zum Begleiter des Wanderers, der zentralen Figur der Winterreise. Dieser hat nach einem Liebeserlebnis, das bereits vor Beginn des Zyklus abgeschlossen ist, Liebe und Geborgenheit bewusst und aus eigener Entscheidung hinter sich gelassen und zieht ohne Ziel und Hoffnung hinaus in die Winternacht. Das Werk Müllers kann auch als politische Lieddichtung begriffen werden, in der er seine von den Fürsten enttäuschte und verratene Vaterlandsliebe; d. h. die Hoffnung auf Freiheit, Liberalismus, und Nationalstaat; thematisiert. Innerhalb des Zyklus lässt sich kein durchgehender Handlungsstrang erkennen. Es handelt sich eher um einzelne Eindrücke eines jungen Wanderers. Auf den 24 Stationen seines passionsgleichen Weges ist er zunächst starken Stimmungsgegensätzen von überschwänglicher Freude bis hin zu hoffnungsloser Verzweiflung ausgesetzt – von Schubert durch den häufigen Wechsel des Tongeschlechts verdeutlicht –, bevor sich allmählich eine einheitliche, jedoch vielfältig schattierte, düstere Stimmung durchsetzt.

Die Texte der Winterreise stammen von Wilhelm Müller (1794–1827). Müller kam aus Dessau und verkehrte im schwäbischen Dichterkreis um Ludwig Uhland, Justinus Kerner, Wilhelm Hauff und Gustav Schwab. Franz Schubert fühlte sich von den Texten unmittelbar angesprochen und vertonte sie im Todesjahr Wilhelm Müllers. Die ersten 12 Gedichte verarbeitete er, laut Autograph, im Februar 1827. Diese wurden dann am 24. Januar 1828 von dem Wiener Verleger Tobias Haslinger veröffentlicht. Wahrscheinlich im Spätsommer 1827 stieß Schubert dann auf die restlichen 12 Gedichte, die er nun auch vertonte. Diese wurden erst sechs Wochen nach Schuberts Tod, am 31. Dezember 1828 veröffentlicht. Schubert und Müller sind sich nie persönlich begegnet. Ob dieser noch vor seinem Tode 1827 von Schuberts Vertonungen erfuhr, ist unklar.

Der Bariton Christopher Jung begann früh mit seiner musikalischen Ausbildung. Er spielte  als Kind Viola und war mehrfach Preisträger bei Jugend musiziert. Mit 10 Jahren wurde er als Knabensopran von E.L Schmid unterrichtet und übernahm bald solistische Aufgaben u.a. am Mannheimer Nationaltheater unter Donald Runnicles. Nach dem Stimmwechsel und einem 1. Preis als Bariton beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert studierte er zunächst Medizin, bevor er von 1993 bis 1998 an den Musikhochschulen Berlin und Leipzig bei Prof. Helga Forner ein Gesangsstudium und ein Gesangspädagogikstudium mit Auszeichnung absolvierte. Im Jahr 2000 folgte das Konzertexamen  ebenfalls mit Auszeichnung. Parallel dazu wurde er in den Meisterklassen von Dietrich Fischer-Dieskau und Aribert Reimann unterrichtet. Er besuchte Meisterkurse bei Hans Hotter, Walter Berry, Werner Hollweg, Claudia Eder und Hartmut Höll. Nach mehreren Auszeichnungen und Preisen (u.a. Deutsche Schubertgesellschaft, Suder-Lied-Wettbewerb) gab der Bariton sein Operndebüt in der Rolle des Papageno in Mozarts Zauberflöte am Mittelsächsischen Theater Freiberg. Seither führen ihn zahlreiche Engagements an renommierte Bühnen im In- und Ausland u.a. zum Theaterfest nach Delphi (Griechenland), mit einer “Winterreise” nach Indien, zum MDR Musiksommer, zu den Semanas musicales nach Chile nach Venezuela und Kuba, den Dresdner Musikfestspielen, dem Bachfest Leipzig, dem Kunstfest Weimar, an die Komische Oper Berlin, an die Oper Leipzig, an das Opernhaus Halle und gemeinsam mit Graham Johnson an die Kölner Philharmonie. In der Opernwelt 2000 wurde er für seine Interpretation des „Hans Sachs“ von A. Lortzing als „Bester Nachwuchssänger“ nominiert.

Er unterrichtet als Professor an der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halle und an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg . Seit dem Wintersemester 2019 / 2020 ist er Prorektor der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halle. Zahlreiche Rundfunk und CD Aufzeichnungen dokumentieren sein bisheriges Schaffen.

Piotr Oczkowski: Bereits mit 11 Jahren debütierte Piotr Oczkowski als Solist mit Joseph Haydns Klavierkonzert D-Dur mit dem Symphonischen Orchester Maracaibo, worauf weitere Auftritte sowohl mit diversen venezolanischen Orchestern als auch Rundfunkaufnahmen folgten. Mit 15 Jahren wurde er als „Special Student“ an die Indiana University in Bloomington (USA) aufgenommen, wo er sein Klavierdiplom ablegte. Anschließend begann er als DAAD-Stipendiat ein Studium an der Hochschule für Musik Detmold, an der er 1990 seine Reifeprüfung im Fach Klavier absolvierte. Ein Aufbaustudium am Richard-Strauss-Konservatorium in München sowie ein Studium im Fach „Musikpädagogik und Aufführungspraxis“ an der Martin-Luther-Universität Halle/Saale, was er 2000 mit Auszeichnung abschloss, erweiterten seinen professionellen Werdegang. Piotr Oczkowski war 1998 Lehrbeauftragter an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Fach Korrepetition und Liedbegleitung und nahm ebenfalls dort zwei Jahre später eine Dozentenstelle für das Hauptfach Klavier und Liedgestaltung an. Seit Oktober 2006 ist er Professor an der Hochschule für Musik Detmold und leitet dort das Detmolder Jungstudierenden-Institut.


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